Verpaßte Chance in Cazis: Wasserkraft des Cazner Bachs könnte gratis ausgeschöpft werden

18. November 2012
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Kürzlich erst berichtete Domleschg24.ch über das brachliegende Potential, der nicht-genutzten Wasserkraft des vergewaltigten Hinterrheins im Domleschg.

Doch nicht nur große Flußläufe wie der Hinterrhein liegen im Domleschg brach, sondern auch kleine bzw. mittlere Bäche.

Zwischen Masein und Cazis fließt der Caznerbach. Wobei dieser soviel Wasser führt, daß es schon ein recht großer Bach ist. Wer in der Nähe wohnt, hört Tag und Nacht sein lautes Rauschen.

Von Kanalisierung und Beton befreit: Renaturierter Maseiner Bach (Foto: Amt für Jagd und Fischerei, Loëstraße 14, 7001 Chur). Nicht nur für den Naturschutz wurde einiges getan, auch das Landschaftsbild wurde verschönert.

Von Kanalisierung und Beton befreit: Renaturierter Maseiner Bach (Foto: Amt für Jagd und Fischerei, Loëstraße 14, 7001 Chur). Nicht nur für den Naturschutz wurde einiges getan, auch das Landschaftsbild wurde verschönert.

Der Caznerbach fließt zum Beispiel an der Lochmühle, welche auf maseiner Gebiet direkt auf der Gemeindegrenz zu Cazis (Summaprada-Schauenberg) liegt. Von maseiner Gemeindegebiet fließt der Maseiner Bach in den Cazner Bach.

Warum heißt dieses Gebiet Lochmühle bzw. Lochmüli? Im Wort kommt der Begriff Mühle vor. Warum wohl? Wohl, weil man dort mal Wasserkraft genutzt hat, steht zu vermuten.

Und unter der Liste der Flurnamenbedeutungen von Masein heißt es auch “Mühle im Loch unten” sei die Bedeutung vom Flurnamen Lochmüli.

Die Lochmüli, wo heute ein Billard-Klub ist (Gerrys Club) und eine Autohändler (Garage Bardellini) mit einem Landmaschinendienst (Kunfermann AG) beherbergte von 1920-67 eine Fabrik.

Die Wolldeckenfabrik stand an der vom starkfließenden Bach über die Jahrtausende in die Landschaft gefrästen Schlucht.

Der Maseiner Bach und der Porteiner Bach fließen hier mit einem Arm des Cazner Bach zusammen. Ersterer wurde erst 2012 aufwändig renaturiert. Altes Gerinne wurde ausgebaggert und der Bach natürlicher gestaltet. Die Bachsohle wurde verbreitert und mit Steinen und Holz-Strukturen geschaffen.

Der Maseinerbach vorher (Foto: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden)

Der Maseinerbach vorher (Foto: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden)

Die harte Ufer-Verbauung wurde zum Teil entfernt. Das Wanderhinderniß (Schwelle) wurde abgetragen und die Fischgängigkeit hergestellt Und beim Durchlaß der Kantonsstraße wurden Eichenrundhölzer eingebaut, um den Fischaufstieg zu erleichtern.Nachdem die erste Etappe fertig gebaut wurde, konnte im Jahr 2010 der stark kanalisierte Teil entlang der Kantonsstraße neugestaltet werden.

Wegen der Straße auf der rechten Seite und einem felsigen Hang auf der linken Seite kann 2/3 des Bachabschnittes nur beschränkt in einen natürlichen Zustand versetzt werden. Im unteren Teil ist eine von den Fischen nicht überwindbare Schwelle vorhanden. Um die Fischwanderung zu ermöglichen muß diese abgebaut werden.

Die damaligen Projektziele, welche im Zuge von Gewässeraufwertungsarbeiten in Graubünden verfolgt wurden, waren:

– Hochwasserschutz gewährleisten
– Naturnahes Gewässer herstellen
–  Fischwanderung vom Geschiebesammler Lochmühle bis zur 1. Renaturierung ermöglichen

Projektziele 1 und 3 wären einer Nutzung der Wasserkraft für Ökostrom zugutegekommen. Ein solches Projekt würde alle drei Ziele auch heute noch unterstützen. Kleinwasserkraftwerke sind gut für den Hochwasserschutz und fördern durch die bessere Luftzufuhr im Wasser auch das Fischleben im Fließgewässer.

Mehr zum Thema: Kleinwasserkraftwerk.ch

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