Thusis, Kleis-Kümin: “Übermäßige Belastung wegen fremdsprachigen Kindern”

21. Februar 2013
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Mehr Geld für schlecht integrierte Ausländer vom Kanton?

Daß die Integration von Personen aus anderen Kulturkreisen je nach Kulturkreis unterschiedlich kostet, von gar nichts bis hin zu extrem viel je nach Kulturkreis, aus welchem Personen stammen, dies weiß jede Integrationsamtsstelle und ist spätestens seit Thilo Sarazzin auch allgemein bekannt.

Aktuell war dies im Großen Rat ein Thema. Es wird konkret mehr Geld vom Kanton wegen Integrationsproblemen fremdsprachiger Kinder gefordert.

Es ist wohl kaum Zufall, daß federführend die thusner Großrätin Kleis-Kümin ist, welche zugleich Gemeindeammann von Thusis ist.

"Übermäßige Belastung wegen fremdsprachigen Kindern" - Claudia Kleis-Kümin (CVP), Gemeindeammann des Brennpunktes Thusis und Großrätin fordert mehr Geld für Integration vom Kanton Graubünden.

“Übermäßige Belastung wegen fremdsprachigen Kindern” – Claudia Kleis-Kümin (CVP), Gemeindeammann des Brennpunktes Thusis und Großrätin fordert mehr Geld für Integration vom Kanton Graubünden.

Daß der domleschger Zentrumsort große Integrationsprobleme hat, ist ja seit einigen Jahren sogar schweizweit bekannt (Jugendbande von Thusis etc.). Diese Integrationsprobleme kommen zu den bereits bestehenden sozialen Problemen (unterdurchschnittlicher Bildungsstand, überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit, hohe Kriminalität etc.) dazu.

Auch schaffte es das überschuldete Thusis trotz guter Auslangslage und bestmöglich vorhandener Infra- und Angebotstruktur nie – anders als etwa das nahegelegene Flims – ein bekannter Tourismusort zu werden, was ein den sozialen Faktor (Bildung, Einnnahmen etc.) stark beeinflussen könnte.

Im Gegenteil sorgen das nahe Gefängnis, die suchtkranke Personen behandelnde Klinik Beverin und das neu dazugekommene Asylheim für einen Zuzug und die Anwesenheit von Personen, welche nicht dazu geeignet sind, die sozialen Strukturen zu verbessern. Nach dem Willen des Kantons und offenbar auch der domleschger Gemeinden (Gegenworte oder gar Kritik war nirgends zu vernehmen) wird sich dieser Negativfaktor noch verstärken. Das Regionalgefängnis soll zu einem Großgefängnis ausgebaut werden, in das sogar Häftlinge (für die Auslastung) nach Graubünden ins Domleschg importiert werden müssen.

Zürich und St. Gallen haben bereits ihrer Freude darüber Ausdruck verliehen, daß sie in naher Zukunft Teile ihrer Kriminellen ins – anders als Flims, um beim obenerwähten Ort einmal zu bleigen – schweigsam alles hinnehmende und geduldig tragende Domleschg exportieren dürfen (Domleschg24.ch berichtete).

Doch zurück zum Zentrumsort und den im Großen Rat aktuell behandelten Integrationsproblemen.

In der neuen Rhätischen Zeitung wird über den aktuellen Vorstoß hinsichtlich Integrationsproblemen berichtet, welcher im Februar im Großen Rat (Kantonsparlament) behandelt wurde und gegenwärtig Thema ist.

Damit sich jeder eine eigene und neutrale Meinung bilden kann, hier wiedergegeben im Wortlaut (kursiv).

Mit zwei Anfragen von Großrätin Kleis-Kümin und Großrat Zweifel-Disch wurde auf die Problematik der Integration fremdsprachiger Kinder hingewiesen. Zentrales Anliegen ist es, den Kindern mit Migrationshintergrund dieselben Bildungschancen zu gewähren. Damit sie auch dieselben Startbedingungen erhalten, gilt dem Spracherwerb ein ganz besonderes Augenmerk.

Graubünden bietet im Gegensatz zu andern Kantonen (z.B. Zürich und Glarus) keine finanzielle Unterstützung für eine entsprechende Förderung in sogenannten Integrationsschulen oder -angeboten, welche zum Teil gemeindeübergreifend geführt werden.

Ohne kantonale Unterstützung werden Gemeinden mit einem hohen Anteil an fremdsprachigen Kindern übermäßig belastet. Die notwendige Förderung, respektive der angestrebte Unterricht in speziellen Integrationsangeboten soll zeitlich begrenzt stattfinden bis eine Überweisung in die Regelstrukturen erfolgen kann.

Die Unterzeichnenden fordern die Regierung auf:

Die Schaffung von Integrationsangeboten zu fördern und im Rahmen der Finanzausgleichsreform dem Anteil fremdsprachiger Kinder in einer Gemeinde besonders Rechnung zu tragen. So soll pro fremdsprachiges Kind eine zusätzliche Entschädigung entrichtet werden. Diese Entschädigung ist an das entsprechende Angebot zu koppeln.

Remo Maßat

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