Steuervergleich Domleschg: Almens und Mutten in Negativ-Liste von Comparis

12. Mai 2013
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Maßvolle Steuern sind ein wichtiger Standortfaktor für die Attraktivität einer Gemeinde. (Foto: Schlagwort AG)

Maßvolle Steuern sind ein wichtiger Standortfaktor für die Attraktivität einer Gemeinde. (Foto: Schlagwort AG)

Negative Steuerkeulen oder niedrige Steuern dank schlanker Verwaltung und gutem Wirtschaften wirken sich auf viele weitere Faktoren einer Gemeinde aus.

Betuchte Privatpersonen ziehen nach Möglichkeit weg. Oder wollen zuziehen.

Dies hat wiederum Auswirkungen auf die Immobilienpreise. Wo die Steuern niedrig sind, sind Immobilien gefragter, in Hochsteuer-Gemeinden weniger gefragt.

Auch Firmen ziehen weg oder zu, wenn eine Gemeinde schlecht oder gut wirtschaftet.

Und damit gibt es Arbeitsplätze, welche in einer Gemeinde entstehen oder eben nicht entstehen bzw. sogar verlustig gehen, weil Firmen wegzügeln.

Und somit verändert sich auch die Sozialstruktor. Gemeinden mit hohen Steuern haben weniger Arbeitsplätze, ziehen mehr Sozialfälle zu sich und eine Negativspirale kommt in Gang.

Privatpersonen mit hohem Einkommen zügeln weg, Firmen verlassen die Gemeinde oder siedeln sich nicht an, die Immobilienpreise stagnieren oder fallen sogar.

Umgekehrt bei solidem Wirtschaften und schlanker Bürokratie mit niedrigen Steuern: Privatpersonen mit Vermögen und gutem Einkommen suchen Immobilien, wollen zuziehen. Die Immobilienpreise entwickeln sich positiv, Leerstände werden vermieden. Es entstehen Arbeitsplätze usw. usf.

Würden Sie in einen anderen Ort zügeln, wenn Sie tausende Franken pro Jahr sparen würden?

Rechenbeispiel für eine Einzelperson mit einem Einkommen von 75.000 Franken und einem Vermögen von 100.000 Fr.

Übrigens gibt dieser Steuervergleich, welchen Domleschg24.ch für die Talschaft erstellt hat, auch Einblick in die Hintergründe, warum die Stimmbürger von Rothenbrunnen gegen eine Fusion zur Gemeinde Domleschg (Domleschg24.ch berichtete) gestimmt haben. Alle Einwohner von Rothenbrunnen müßten jedes Jahr massiv mehr Steuern zahlen. Denn Rothenbrunnen ist die steuerlich zweitgünstigste Gemeinde der Talschaft, direkt nach Urmein.

Nicht zur Talschaft gehörend, aber an Thusis angrenzend, ist die kleine Gemeinde Rongellen, welche die steuergünstigste Gemeinde von ganz Graubünden ist. Daher ist sie bei dem Vergleich ebenso erwähnt, wie das wirtschaftlich zur Talschaft gehörende Mutten, welches ebenfalls wie Almens in der Negativ-Liste von Comparis figuriert.

Fazit des Steuervergleichs: Wer von Almens oder Mutten nach Urmein zügelt, spart bei 75.000 Fr. Einkommen rund 4.500 Franken (4’492 ,–). Wer nach Rongellen zügeln würde, sogar über 5.400,– Franken. (5’428,– Fr.)

Es dürfte kaum einen Menschen geben, der mit jährlich tausenden Franken zusätzlich nichts anfangen kann. Bei Ehepaaren oder Leute mit größerem Einkommen sind die Unterschiede natürlich noch weitaus drastischer.

Die Steuerliste:

Rongellen

9’110

Urmein
10’046

Rothenbrunnen
12’292

+++

Fürstenau
13’415

Pratval
13’415

Scharans
13’415

Sils im Domleschg
13’415

+++

Thusis
13’696

+++

Cazis
13’977

Flerden
13’977
Masein
13’977

Rodels
13’977

Tomils
13’977

Tschappina
13’977

+++

Paspels
14’145

+++

Almens
14’538

Übrigens figuriert das wirtschaftlich ebenfalls zum Domleschg gehörige Mutten ebenfalls in der Comparis-Negativ-Liste der teuersten Gemeinden Graubündens.

Mutten
14’538

Quelle der Zahlen: Comparis.ch

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