Die Südostschweiz und “simpelste journalistische Grundregeln” am Beispiel von Olympia 2022

17. Februar 2013
By

Es geht um Geld, um viel Geld. Um bis zu 5 Milliarden. Allein für temporäre (!) Bauten soll eine halbe Milliarde her. Das Baugewerbe leckt sich bereits die Finger.

Reto Gurtner: Ein Olympia-Befürworter, der in Pro Olympia-Werbebeilagen in der Südostschweiz auftaucht. Winziges Manko: Er weiß nur nichts davon, daß er ein Befürworter von Olympia 2022 ist, sondern hat sich in der gleichen Zeitung und anderswo dagegen geäußert. Für die Südostschweiz offenbar kein Grund, einmal nachzufragen.

Reto Gurtner: Ein Olympia-Befürworter, der in Pro Olympia-Werbebeilagen in der Südostschweiz auftaucht. Winziges Manko: Er weiß nur nichts davon, daß er ein Befürworter von Olympia 2022 ist, sondern hat sich in der gleichen Zeitung und anderswo dagegen geäußert. Für die Südostschweiz offenbar kein Grund, einmal nachzufragen. (Foto: Weiße Arena-Gruppe)

Dem Tourismus würden Olympische Winterspiele allerdings auch nichts nützen, so Gurtner im Gespräch mit der «Südostschweiz».

Das war der 5. Februar. An diesem Tag äußerte sich Gurtner klar kritisch zu etwaigen Olympischen Winterspielen 2022, für die allein die Bewerbung – nochmal: nur die Bewerbung – über 60 Millionen an Steuergeldern verschlingt bzw. verschlingen soll nach dem Willen von einigen wenigen.

Bekannt ist, daß Hanspeter Lebrument kantonal und auch national sich massivst für ein Stattfinden des – nicht nur in Hinsicht auf die Kosten sondern auch auf die Umwelt – äußerst fragwürdigen Sportanlasses einsetzt.

Einige werden sich die Augen gerieben haben

Dies ist nicht nur insofern von Bedeutung, als daß bereits die Unabhängigkeit der Quasi-Monopolzeitung Südostschweiz in punkto Olympia in-frage-gestellt wurde, sondern nun kommt noch etwas wirklich Übles:

Der Zeitung, die anderen vorwirft, man “hält sie sich nicht mal an simpelste journalistische Grundregeln”, brachte Gurtner in der «Südostschweiz»-Beilage «Pro Olympia» als angeblichen Befürworter.

Reto Gurtner war genannt unter der “Liste mit Persönlichkeiten, die am 3. März mit großer Überzeugung Ja stimmen werden“.

Das Unglaubliche: Angefragt wurde er nicht. Der schweizweit bekannte Touristiker aus Flims wurde einfach im gesamten Erscheinungsgebiet der Südostschweiz als eine Ikone der Befürworter abgedruckt.

Am 5. Februar hatte sich Reto Gurtner noch ausdrücklich in der Südostschweiz anders geäußert. (auf den Internetseiten der Südostschweiz bezeichnenderweise nicht zu finden, aber hier klar und deutlich nachzulesen).

Gurtner dazu, daß er als angebliche Befürworter-Persönlichkeit angepriesen wird in einem Leserbrief: “Ich distanziere mich klar von dieser Liste, da ich weder angefragt wurde, noch davon Kenntnis hatte.”

Soviel zu zu “simpelsten journalistischen Grundregeln” (Jano Felice Pajarola).

Die in hochmoralisch daherkommenden Lügen-Verrissen  (wegen dem die Südostschweiz nun eine Strafuntersuchung ins Haus stehen hat) gegen ein winziges Konkurrenzmediumdie Südostschweiz lauthals – und wie man sieht auch offenbar scheinheilig – für sich allein proklamiert werden.

Ganzer Bericht: Rhätische-Zeitung.ch

 

Share

Tags: , , , ,





Kolummne

Südostschweiz-Methoden: Gegen ein neues (Konkurrenz)-Medium hetzen und das Angeprangerte selbst praktizieren

By

(von Remo Maßat) Wie extrem aggressiv bereits wenige Tage nach Ersterscheinen Jano Felice Pajarola (“Die Südostschweiz”) gegen Domleschg24.ch als neues kleines Lokalmedium vorging, darüber habe…

Weiter lesen

Eigenartiges Demokratie-Verständnis der Viamala-Tourismus-Funktionäre

By

(von Remo Maßat) Aufgrunddessen, daß die Vermarktung von Viamala-Tourismus nicht gerade im Ruf steht, eine erfolgreiche touristische und anderweitige Vermarktung darzustellen, setzen erfolgreiche Firmen und…

Weiter lesen

Einwohner-Entwicklung im Domleschg: Wachsende und schrumpfende Gemeinden – Tschappina auf dem letzten Platz

By

(Remo Maßat) Die Einwohnerentwicklung im Domleschg: Während einige Gemeinden seit der Jahrtausendwende gewachsen sind zum Teil sogar über 12,7 % wie Thusis oder über 7…

Weiter lesen

Neue Regionen: Fatale Fehlplanung bei der Gebietsreform Graubünden

By

Im Zuge der Gebietsreform Graubünden soll es neue Regionen geben. Egal, wie man zur Gebietsreform steht: Es fragt sich, warum ausgerechnet der Bezirk Imboden nicht…

Weiter lesen

Domleschg-Fotos

Kostenloser Infobrief

Bitte geben Sie Ihre Mail-Adresse ein und bestätigen Sie Ihre Anmeldung.


Domleschg-Kultur

Über / Redaktion