Genossenschaft ViamalaMarkt: eine Erfolgsgeschichte

12. Oktober 2013
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Lokale Wertschöpfung: Viamalamarkt (Foto: Logo)

Lokale Wertschöpfung: Viamalamarkt (Foto: Logo)

Abwanderung aus den Berggebieten wird oft bejammert. Dabei ist sie zu großen Teilen hausgemacht. Von Steuergeldern bezahlte Institutionen, die nach immer mehr und mehr Geld schreien (TAG – Tourimuszwangsabgabe) geben Aufträge an außerkantonale Firmen. Warum eigentlich?

Und auch Konsumenten könnten durch die Berücksichtigung von lokalen Produkten im Konsumverhalten vieles bewegen.

Im Landi gibt es Holz zu kaufen, das aus der Ukraine stammt. Als ob es in Graubünden zuwenig Holz hätte. Und auch bei den Großverteilern Migros und Coop sieht es kaum besser aus, obwohl man gerade bei Landi eher regionale Produkte erwarten würde.

Politiker fordern zu recht, daß heimische Unternehmen wenigstens bei Aufträgen von staatlichen Stellen, also von Steuergeldern der Bürger finanzierten Ämtern und Institutionen, zuerst die lokale Wirtschaft berücksichtigen müsse, bevor es Aufträge außerkantonal oder sogar im Ausland vergibt. (Bericht dazu)

Graubünden Tourismus gibt Projekte nach Zürich, als ob es in Graubünden keine einzige Agentur gäbe, die kreativ ist. Den Betrag, der nach Zürich floß für das völlig erfolglose Obermutten-Projekt, hält Graubünden Ferien bis heute geheim. Anfragen, wieviel Steuergelder für die mißlungene Kampagne verwendet wurden, läßt die umstrittene Tourismusorganisation unbeantwortet. Offenbar gibt es in Graubünden auch kein einziges Medienhaus, welches mal einen Journalisten nachfragen lassen will. Graubünden-Ferien ist schließlich Inserate-Großkunde. So verwundert es auch kaum, daß Meldungen über den Mißerfolg der “Facebook”-Kampagne für Obermutten erst in außerkantonalen Medien zu lesen waren (und auf Domleschg24.ch), bevor es schließlich irgendwann auch die Quasi-Monopol-Presse sanft thematisierte.

Wer regionale Produkte kaufen möchte und damit das lokale Gewerbe unterstützen möchte, kann dies zum Beispiel am Viamala-Markt tun. Die Genossenschaft berichtet auf ihrer Webseite von geschaffener lokaler Wertschöpfung und lokalen Arbeitsplätzen (kursiv):

Die Bilanz seit der Eröffnung des Genossenschafts-Laden vor knapp 5 Jahren kann sich sehen lassen: 82 Mitglieder, 45 Lieferanten, 5 Angestellte, 1 Laden. Dazu zahlreiche außergewöhnliche Produkte in kleinen Auflagen sowie viel Fleiß, Durchhaltewille und Überzeugungskraft waren nötig, als vor sechs Jahren der konzeptionelle Grundstein für die Genossenschaft ViamalaMarkt gelegt worden ist. Ein Fenster zur Region und eine Plattform für alle Mitglieder sollte es werden.

Die Mitglieder rekrutieren sich aus ganz unterschiedlichen Bereichen. So sind es beispielsweise: Landwirte, andere Genossenschaften, Behindertenwerkstätten, Gemeinden, Drogerien, Metzgereien, Konditoreien, Sennereien oder einfach Privatpersonen mit einem speziellen Hobby oder einem reichhaltigen Garten .

Verbindend ist die gemeinsame Herausforderung: Man produziert ein Gut abseits bevölkerungsreichen Zentren – was im Bündnerland ja bekanntlich rasch der Fall ist – und erreicht so die Kundschaft für sein Produkt nicht. Außerdem ist die Produktionsmenge so klein, daß auch kein Großverteiler daran Interesse zeigt. Und doch hat man sehr viel Freude und großes Herzblut in die Produktion gesteckt, daß diese Güter einen Zugang zu Abnehmern finden.

Einen Nachteil allerdings hat der ViamalaMarkt: Er ist für Fußgänger kaum zu erreichen, sondern nur mit dem Auto.

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