Gemeinde Thusis: Ausländer-Anteil von 33% wegen erleichtertem Familien-Nachzug

10. Juni 2013
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Immer wieder geriet in jüngster Zeit Thusis wegen mißlungener Integration schweizweit in die Schlagzeilen. Zuerst berichteten bezeichnenderweise nur außerkantonale Medien, das damalige Monopolmedium nur später. Es mußten sogar Ausschaffungen vorgenommen werden. Und durch die Kriminalität wurden sogar Firmenansiedlungen vereitelt, wie der Redaktion von Domleschg24.ch bekanntgemacht wurde. Das Thema Integration ist auch weiterhin Debatte.

Die Gemeinde Thusis hat einen Ausländeranteil von 33% (Eingebürgerte Ausländer exklusive). Dies berichtet die Gemeinde im Rathaus-Blättli. Die größte Gemeinschaft bilden hierbei die Portugiesen. Die Gemeinde Thusis appelliert daran, Sprachhemnisse abzubauen. Ohne Behebung der Sprach-Barriere sei eine Integration nicht möglich. Im Wortlaut äußert sich die Gemeinde Thusis wiefolgt (kursiv):

Bild: Gemeinde Thusis

Bild: Gemeinde Thusis

Die Schweiz gilt im Ausland nach wie vor als Insel der sozialen Sicherheit und der sicheren Arbeitsplätze. Lange Zeit kamen vor allem Einzelpersonen nach Thusis. Diese arbeiteten während der Winter- oder Sommersaison bei uns und reisten dann wieder zurück in ihre Heimatländer.

Die grosse soziale Unsicherheit und fehlende Arbeitsplätze führen nun dazu, daß immer mehr Familien mit Kindern sich bei uns niederlassen.

So leben in unserer Gemeinde aktuell Menschen aus 48 Nationen (ohne CH) und es werden rund 44 (!) Sprachen gesprochen. (Vor einem Jahr waren es noch 34 Nationen und 30 Sprachen.)

Rund ein Drittel unserer Wohnbevölkerung stammt demnach aus dem Ausland.

Einerseits ist dies für eine Gemeinde wie Thusis eine große Herausforderung, anderseits werden wir diesem Umstand inskünftig auch im Zusammenhang mit neuen kantonalen Vorschriften begegnen müssen.

Aufgrund der mit dem neuen Ausländergesetz auf Bundesebene gültigen Integrationspolitik, hat die Bündner Regierung am 7. Februar 2012 Leitlinien zur Integrationsförderung von Ausländern in Graubünden verabschiedet.

Nebst anderem werden die Gemeinden ab 2014 verpflichtet sein, sogenannte Erstgespräche mit ihrer ausländischen Wohnbevölkerung durchzuführen. Mit Erstgesprächen allein, ist es nicht getan. Ziel unserer Integrationspolitik muß sein, Barrieren abzubauen und uns vermehrt auszutauschen.

Dies ist allerdings nur möglich, wenn sprachliche Hindernisse abgebaut werden und alle Beteiligten am gleichen Strick ziehen.

Mit alle Beteiligten ist explizit auch die Arbeitgeberseite angesprochen. Welches sind denn eigentlich Beweggründe, die jemanden veranlassen, seinen Lebensmittelpunkt nach Thusis zu verlegen? In loser Reihenfolge werden Frauen, Männer und Kinder mit Migrationshintergrund darüber sprechen, was sie zu uns geführt hat.

Die größte Gemeinschaft, die bei uns lebt, stammt aus Portugal. Früher kamen in erster Linie Einzelpersonen zu uns, die entweder in Thusis oder in der Umgebung Arbeit fanden. Das hat sich mit den erleichterten Bedingungen für den Familiennachzug geändert. Je nach Jahreszeit leben zwischen 350 und 450 Frauen, Männer und Kinder aus Portugal bei uns.

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