Gemeinde Cazis: Umbau und Erweiterung des Alters- und Plegeheims Cazis

12. September 2013
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Alters- und Pflegeheim St. Martin (Bild: Gemeinde Cazis)

Alters- und Pflegeheim St. Martin (Bild: Gemeinde Cazis)

Seit dem 1. Januar 2010 bilden die Gemeinden Cazis, Portein, Präz, Sarn und Tartar aufgrund ihrer Fusion die neue politische Gemeinde Cazis. Die vier, am äußeren Heinzenberg gelegenen Fraktionen pflegten bereits vor der Fusion, in verschiedenen Bereichen, eine enge Zusammenarbeit mit der alten Gemeinde Cazis. Die gemeinsame Wahrnehmung und Erfüllung unterschiedlicher Gemeindeaufgaben intensivierte sich laufend. Der Zusammenschluß der fünf Gemeinden zu einer politischen Gemeinde war dementsprechend ein logischer Schritt in die Zukunft.

Zum Projekt

Im Jahr 1983 wurde das 30-jährige Alters- und Bürgerhaus von Cazis durch den Architekten Rudolf Fontana, Domat/Ems, umgebaut. 1997 erfolgte der weitere Umbau zum Alters- und Pflegheim St. Martin. Seither wurden durch die politische Gemeinde, Trägerschaft des Alters- und Pflegheims in Cazis, weitere kleine Um- und Anbauten sowie einzelne Sanierungsarbeiten ausgeführt. Das Heim ist zentral gelegen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos erreichbar. Es bietet rund 40 Personen aus der Gemeinde und den umliegenden Ortschaften Voll- und Teilzeitarbeitsstellen.

Seit einigen Jahren ist das heutige Zweibettenkonzept des Hauses überholt, da nicht mehr zukunftsgerecht. Die Behörde entschied, mittels Sanierung und Erstellen eines Ergänzungsbaus ein längerfristig taugliches Projekt zu verwirklichen. Gemäß kantonalem Leistungsauftrag musste künftig auf die Unterscheidung zwischen Alters- und Pflegeheimbetten grundsätzlich verzichte werden. Auch schwer pflegebedürftige Menschen müssen im Heim Aufnahme finden und – falls nötig – bis zum Tod betreut und gepflegt werden. Zur Umsetzung dieser Grundsätze werden sämtliche Pflegestufen angeboten.

Um in den Genuß von kantonalen Subventionen zu gelangen, wurde ein Architekturwettbewerb durchgeführt. Die inhaltlichen Vorgaben für die Architekten stützten sich auf ein künftiges Angebot mit neu 30 Pflegebetten, vorwiegend in Einzelzimmern. Den entsprechenden Wettbewerb gewann das Architekturbüro Hansruedi Meuli, dipl. Arch. ETH/SIA in Scharans GR, das den Zuschlag erhielt. Gestützt auf die Eingabe der Planungsregion „regio Viamala“ vom 2. Juni 2009 und in Übereinstimmung mit der aktualisierten kantonalen Rahmenplanung, anerkannte die kantonale Subventionsbehörde das Projekt von H. Meuli und stellte Subventionen (Fr.120’000 für jedes zusätzlich geschaffene Zimmer) in Aussicht. Ein wesentlicher Teil des neu benötigten Zimmerangebots sollte in einem Neubau verwirklicht werden, in dem gleichzeitig neue Räumlichkeiten für ambulante und stationäre Dienstleistungsangebote in der Geriatrie (Alterszentrum) entstehen.

Seit dem August 2011 wird das alte Heim St. Martin erweitert. Der Neubau ist zwischenzeitlich erstellt. Das sich im Bau befindliche Projekt beinhaltet selbstredend ebenso die Erneuerung, Zusammenführung und punktuelle Anpassung von Infrastrukturteilen (Alt-/Neubau) wie Wasserleitungen, Lüftungsanlage, Haustechnik, Erneuerung Fenster (Altbau von 1981), Fassadensanierung sowie Umgebungsarbeiten.

Kosten und Finanzierung

Total Kosten (inkl. Reserven Fr. 420’000) Fr. 9’200’000.–

./. Kantonssubventionen Fr. 720’000.–
./. Reserven Fr. 420’000.–
____________

Restkosten zu Lasten der Gemeinde Fr. 8’060’000.–
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Die Kreditbewilligung erfolgte an der Gemeindeversammlung vom 19. April 2011. Mit den Arbeiten wurde am 2. August 2011 begonnen, und das Bauende ist Ende 2013 vorgesehen.

Neu- und Erweiterungsbauten im Alters- und Pflegebereich sind durch die Gemeinden zu finanzieren (gem. Krankenpflegegesetz 2009). Subventionen werden unter gewissen Vorgaben allerdings noch nach altem Recht ausgerichtet für:

  • Projekte, die zusätzliche Pflegebetten und/oder Umwandlungen von Zweibett- in Einbett-Zimmer vorsehen
  • Baugesuche, die vor dem 31. August 2009 eingereicht worden sind
  • Die Abrechnung muss innert 6 Jahren nach Inkrafttreten der Teilrevision vorgelegt werden

Die Gemeinde erfüllt die für die Subventionen nötigen Vorgaben vollumfänglich. Die Baukosten des laufenden Projektes liegen in vergleichbarer Größenordnung mit bereits realisierten Um- und Neubauprojekten anderer Alters- und Pflegheime der Region.

Nach Fertigstellung des Bauprojektes wird das erforderliche Raumangebot für betagte und pflegebedürftige Einwohner der Gemeinde Cazis langfristig sichergestellt.

An dieses Projekt hat die Schweizer Patenschaft einen Beitrag von Fr. 250’000.– geleistet.

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