Neue Regionen: Fatale Fehlplanung bei der Gebietsreform Graubünden

8. Februar 2014
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Der Bezirk Imboden. Ein unsinniges, künstliches Konstrukt (Bild: Wikipedia-Nutzer Tschuby)

Der Bezirk Imboden. Ein unsinniges, künstliches Konstrukt. Großansicht: Karte anklicken (Bild: Wikipedia-Nutzer Tschuby)

Im Zuge der Gebietsreform Graubünden soll es neue Regionen geben.

Egal, wie man zur Gebietsreform steht: Es fragt sich, warum ausgerechnet der Bezirk Imboden nicht dringend neugeordnet wird.

Imboden sollte zerschlagen werden:

Die Gemeinden Felsberg und Ems zum Bezirk Chur (man nennt ihn Plessur, obwohl Chur der viel einprägsamere Name wäre) zugeordnet werden.

Die Gemeinden Flims, Tamins und Trin zur Surselva, zu der sie ja geographisch und wirtschaftlich gehören, zugeschlagen werden.

Die LRF (Luftseilbahn Rhäzüns-Feldis) wirbt mit dem Viamala-Logo. Rhäzüns gehört vielmer zur Viamala-Region als zu Felsberg oder zu Flims. Sowohl touristisch als auch geographisch als auch wirtschaftlich (Foto: Remo Maßat / Domleschg24.ch)

Die LRF (Luftseilbahn Rhäzüns-Feldis) wirbt mit dem Viamala-Logo. Rhäzüns gehört vielmer zur Viamala-Region als zu Felsberg oder zu Flims. Sowohl touristisch als auch geographisch als auch wirtschaftlich (Foto: Remo Maßat / Domleschg24.ch)

Und Rhäzüns und Bonaduz sollten zum neuen Bezirk Viamala zugeschlagen werden.

Warum Felsberg und Ems zu Chur? Weil sie sowohl wirtschaftlich und geographisch mit Chur verbunden sind und dorthin gehören.

Warum Tamins, Trin und Flims zur Surselva? Weil sie sowohl wirtschaftlich als auch geographisch zu diesem Gebiet gehören.

Warum Bonaduz und Rhäzüns zum neuen Bezirk Viamala? Weil sie wirtschaftlich zu diesem Gebiet gehören und auch geographisch diesem näher sind. Belege dafür? Man nehme nur die Seilbahn nach Feldis, welche in Rhäzüns startet. Rhäzüns ist der Eingang zum Domleschg von nördlicher Seite her und: Rhäzüns wirbt offen mit “Regio Viamala”, sieht sich also selbst der Regio Viamala zugehörig.

Sowohl wirtschaftlich als auch touristisch als auch geographisch haben Bonaduz und Rhäzüns viel mehr mit dem Domleschg und der Regio Viamala zu tun als etwa mit Flims oder Trin oder Felsberg.

Flims-Laax-Falera werden zusammen (Bildschirmfoto

Flims gehört zur Surselva: Sowohl geographisch, als auch wirtschaftlich wie auch touristisch: Flims-Laax-Falera werben zudem auch zusammen (Bildschirmfoto)

Der Bezirk Imboden gehört als künstliches Konstrukt zerschlagen. Er ist Unfug in jeder Hinsicht.

Er hat die Kreise Trin und den Kreis Rhäzüns. Zum Kreis Rhäzüns gehört neben Rhäzüns und Bonaduz zum Beispiel Felsberg und Ems. Felsberg hat wesentlich mehr mit Chur zu tun als mit Rhäzüns. Und Flims gehört zur Surselva.

Warum also Tamins, Trin und Flims zur Surselva?

Sie gehören sowohl geographisch als auch wirtschaflich und touristisch zur Surselva.

Flims-Laax-Falera werben zusammen.

Doch aktuell gibt es die absurde Situation:

 Laax und Falera gehören zur Surselva (Bezirk)

Flims-Laax-Falera werben gemeinsam (Bildschirmfoto)

Flims-Laax-Falera werben gemeinsam (Bildschirmfoto)

Und Flims zum künstlichen Konstrukt Imboden (Bezirk).

Flims-Laax-Falera bildet eines der größten zusammenhängenden Schneeresorts der Alpen.

Insgesamt stehen 220 Km präparierte Pisten  von 1’100 bis 3’000 M.ü.M. den Wintersportlern zur Verfügung.

Was haben Flims mit Rhäzüns oder mit Felsberg zu tun?

Gar nichts!

Was hat Flims mit der Surselva, namentlich Laax und Falera zu tun!

Alles.

Was haben Ems oder Felsberg mit Rhäzüns zu tun? (Kreis Rhäzüns, Bezirk Imboden)

Null!

Was haben Ems und Felsberg mit Chur zu tun?

Sehr viel.

Die Gebietsreform läßt ausgerechnet den Bezirk, wo am meisten Handlungsbedarf besteht, außen vor.

Bericht zur Gebietsreform Graubünden

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