Calandawölfe : Amt stellt Fotofallen auf

Foto einer montierten und beschrifteten Fotofalle

Foto einer montierten und beschrifteten Fotofalle (Bilder: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden)

Seit zweieinhalb Jahren halten sich im Calanda- und Ringelspitzmassiv Wölfe auf, wo sie sich unterdessen auch fortgepflanzt haben: Die sogenannten Calandawölfe.

In diesem Winter haben sie ihr Streifgebiet auf Gemeinden südlich des Rheins (Bonaduz, Rhäzüns und Ems (Rhät. Domat) ausgedehnt.

Ein Wolf wurde in Rhäzüns gesehen und ein Wolf wurde im Domleschg versehentlich mit einem Fuchs verwechselt und geschossen (Domleschg24.ch berichtete). Die Informationspolitik des Amts war offenbar so, daß die dem Amt für Jagd und Fischerei gemeldete Wolfssichtung in Bonaduz nicht der Öffentlichkeit und nicht einmal den Jägern mitgeteilt wurde, wie Recherchen von Domleschg24.ch ergaben (Bericht hier).

Im Falles eines geschossenen anderen Calandawolfs stellte eine Gruppierung sogar eine Belohnung von über 10.000 Franken auf, mehr als bei den meisten Mordfällen in der Schweiz für Zeugen zu bekommen ist, wenn es überhaupt etwas gibt (Domleschg24.ch berichtete)

Liebespaare, die im Wald oder Gelände ihrer Liebe nachgehen, sollten nun obacht geben… Denn nun sollen Fotofallen aufgestellt werden.

Um ein Zusammenleben von Mensch und Wolf ohne Zwischenfälle zu ermöglichen, müssen die Wolfsbestände laufend überwacht werden. Nur so gelingt es, sich abzeichnende negative Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und allfälligen Problemen entgegenzuwirken.

Diese Arbeit – das eigentliche Wolfs-Monitoring – muß sich unbedingt auf objektive Fakten stützen können. Die Wildhüter des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden und des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei St. Gallen führen seit der Zuwanderung der Wölfe diese Arbeit konsequent durch und setzen zu diesem Zwecke neben der Überwachung im Feld auch regelmäßig Fotofallen ein. Diese Fotofallen sind alle entsprechend beschriftet. Allfällige Fotos von Personen werden umgehend gelöscht.

In diesem Spätwinter/Frühjahr führt die KORA (Koordinierte Forschungsprojekte für Raubtiere in der Schweiz) im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt, Abteilung Arten, Ökosysteme, Landschaften (BAFU) im Einflußbereich der „Calandawölfe“ ein Pilotprojekt zur Weiterentwicklung des Wolfs-Monitorings in der Schweiz durch. Dabei werden über das ganze Calanda-/Ringelspitzmassiv 25-30 Fotofallen nach einer genau vorgegebenen, wissenschaftlich abgestützten Versuchsanordnung eingesetzt. Die Fotofallen sind mit der Adresse des Auftraggebers beschriftet. Bei der Platzierung der Fotofallen werden die Wildruhezonen respektiert.

Diese Fotofallen wurden in der letzten Woche in Betrieb gesetzt. Die Bevölkerung ist aufgerufen, dieses Projekt wohlwollend zu unterstützen. Die gewonnenen Erkenntnisse kommen schließlich der Allgemeinheit zu Gute und helfen Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu vermeiden. Die Wildhüter nehmen allfällige Beobachtungen der Bevölkerung gerne entgegen und stehen für Fragen zur Verfügung.

Foto Mit Fotofalle "eingefangene" Wölfe im Winter

Mit Fotofalle „eingefangene“ Wölfe im Winter

Mit Fotofalle "eingefangener" Wolf im Sommer

Mit Fotofalle „eingefangener“ Wolf im Sommer

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